TIP - Tageblatt am Sonntag - 29. März 2015
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Geld für Tunnelumbau fehlt
Siebentunnelweg in Halstenbek: Bauausschuss lehnt Pläne zur 90 000 Euro teuren Umgestaltung ab
Halstenbek

Radfahrer und Fußgänger werden sich wohl auf den schmalen Gehwegen in der Unterführung Siebentunnelweg in Halstenbek vorerst weiterhin in die Quere kommen. Die Entwürfe zur Umgestaltung der 120 Meter langen und sieben Meter breiten Unterführung überzeugten den Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Halstenbek .

Allerdings waren sie sich einig: Das Geld für den Umbau fehlt. Die Ausschussmitglieder verwiesen das Thema zur Beratung zurück in die Fraktionen.

Drei Versionen standen im Ausschuss zur Diskussion. Die Verwaltung hatte auf Antrag der Grünen drei Varianten präsentiert, die das Ingenieurbüro Wasser- und Verkehrskontor GmbH (WVK) entwickelt hatte, um das Nadelöhr zu entschärfen und vor allem für Fahrradfahrer und Fußgänger sicherer zu machen.

In der zunächst vom Ausschuss favorisierten Variante hatten die Stadtplaner empfohlen, die Fahrbahnbreite von 3,5 auf 4,25 Meter zu verbreitern. Der Gehweg sollte auf 2,25 Meter reduziert werden, der Fahrradverkehr über die Fahrbahn geführt werden. Die Durchfahrt sollte für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt werden, um eine beidseitige Befahrung zu ermöglichen.

Doch die kalkulierten Kosten schreckten die Politiker ab: „Für 90 000 Euro umbauen, das ist doch Wahnsinn“, mahnte Holger Ramm (CDU) und sagte: „Das ist doch gar nicht, was wir wollen.“ Er kritisierte, dass der Bereich Bickbargen zwischen Tunnelausgang und Tabakladen nicht in den Planungen berücksichtigt worden war, wie ihn die Grünen gestellt hatten. Diesen Bereich hatte Ramm als Knackpunkt ausgemacht, da dort die Schüler den viel zu schmalen Bürgersteig nutzen würden anstatt die Straßenseite zu wechseln.

Ramm schlug vor, die bestehenden Parkplätze im Bereich Bickbargen zu entfernen, um zusätzlichen Platz für den Fahrradweg zu schaffen. „Das wäre eine Lösung für kleines Geld.“ Gudrun Gabriel-Schröder (Grüne) warnte – aufgrund der Bürgerproteste um die Verkehrsregelung im Hagenwisch – vor einem Wegfall der Parkplätze: „Ich glaube, wenn wir diese reduzieren, haben wir bei der nächsten Sitzung die Kaufleute hier sitzen.“ Auch Andreas Pauli (CDU) war sich sicher: „Wir schaffen die Gefahr, dass im Tunnel überholt wird. Ich denke, damit verbessern wir nichts.“ Marlies Hennecke (SPD) sagte am Ende scherzhaft: „Oder wir sperren den Tunnel ganz für Autos und geben ihn nur noch für Fußgänger und Radfahrer frei.“ Pauli fasste zusammen, was wohl alle Ausschussmitglieder dachten: „Wir brauchen Geld, um das Problem sinnvoll zu lösen, aber das haben wir nicht.“ Nun sollen die Fraktionen das Thema erneut beraten.
Bastian Fröhlig