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TIP - Tageblatt am Sonntag - 15. Februar 2015
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„Umso weiter muss das
Herz werden“

Papst erhebt 20 neue Kardinäle / Auch Deutscher dabei
Rom

Papst Franziskus hat 20 katholische Bischöfe, darunter auch den Deutschen Karl-Josef Rauber, zu Kardinälen erhoben. An der feierlichen Zeremonie am gestrigen Sonnabend im Petersdom nahm auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. teil, der von seinem Nachfolger herzlich begrüßt wurde. Franziskus nahm sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit dem entspannt wirkenden 87-Jährigen. Für Benedikt war es einer der wenigen öffentlichen Auftritte seit seinem Rücktritt.

Franziskus setzte den neuen Kardinälen das scharlachrote Birett auf und übergab ihnen den Kardinalsring. Sie gehören zum Kollegium der rund 200 höchsten Würdenträger der katholischen Kirche nach dem Pontifex. Franziskus rief die Kardinäle zu einem verantwortungsvollen Miteinander und Liebe auf. „Je mehr sich die Verantwortung im Dienst an der Kirche ausweitet, umso weiter muss das Herz werden.“ Sich vom Zorn leiten zu lassen, sei „für einen Kirchenmann unannehmbar“. Der 78-Jährige betonte auch: „Die Kardinalswürde ist zweifellos eine Würde, aber sie ist kein Ehrentitel.“ Rauber sagte, „dieser Sache vom Äußeren her nicht zu viel Bedeutung geben“ zu wollen. „Von innen her ist es aber schon etwas Besonderes, da wir mit dem Heiligen Vater so in besonderer Weise verbunden sind.“, so der 80-Jährige weiter.

Die 20 neuen Kardinäle stammen aus 18 verschiedenen Ländern. Insgesamt wurden sieben Europäer, drei Asiaten, fünf Süd- oder Lateinamerikaner, drei Afrikaner sowie zwei Bischöfe aus Ozeanien erhoben.

Rauber ist dabei der zehnte deutsche Kardinal. Der in Nürnberg geborene ehemalige Vatikan-Diplomat, der in Ländern wie Uganda, Belgien und Ungarn als Päpstlicher Botschafter arbeitete, lebt mittlerweile auf der Schwäbischen Alb in der Nähe von Rottenburg.
tas