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TIP - Tageblatt am Sonntag - 15. Februar 2015
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Terror: Schießerei
in Kopenhagen
Ein Toter und Verletzte nach Schüssen bei Konferenz zur Meinungsfreiheit
Kopenhagen

Bei einer Schießerei in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen sind gestern laut Polizei ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. Die Schüsse fielen während einer Veranstaltung über Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit. Sie galten offensichtlich dem schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks. „Alles deutet darauf hin, dass die Schüsse eine politisch motivierte Attacke darstellen und deswegen ein Akt des Terrorismus sind“, sagte Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt.

Nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris, bei dem im Januar zwölf Menschen getötet worden waren, lösten die Schüsse in Kopenhagen Panik aus. Zeitweise herrschte Chaos im Umfeld des Tatortes. Laut dänischen Medien wird derzeit nach zwei Tätern gefahndet, die von außen mit automatischen Waffen auf das Kulturzentrum gefeuert haben sollen, in dem die Diskussion stattfand. In den Fenstern des Hauses waren zahlreiche Einschusslöcher zu sehen. Die Angreifer sollen mit einem VW Polo geflüchtet sein.

Vilks, der unverletzt blieb, war bereits mehrfach Ziel von Extremisten. Im Mai 2010 warfen zwei Männer Benzinflaschen durch ein Fenster in das Haus des Mohammed-Karikaturisten. Bereits 2007 war auf den Zeichner im Internet von einem Al-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150 000 Dollar ausgesetzt worden. Der schwedische Künstler hatte seinerzeit eine Zeichnung mit dem Propheten Mohammed als Hund ausgestellt.

 tas